Generalsekretär von «Kirche in Not» zu endgültigem Freispruch von Asia Bibi

Das Oberste Pakistanische Gericht hat am 29. Januar den Freispruch der Katholikin Asia Bibi von der Todesstrafe wegen angeblicher Gotteslästerung bestätigt. Dazu nimmt der Generalsekretär des Hilfswerks «Kirche in Not» (ACN International), Philipp Ozores, Stellung.


Die heutige Gerichtsentscheidung ist ein Triumph der Menschenreche über religiöse Intoleranz, ein Sieg des Rechts über den Hass der Fanatiker – vor allem aber ein persönliches Glück und eine grosse Freude für Asia Bibi und ihre Familie. Millionen Menschen haben für ihr Schicksal gebetet und sich für eine Freilassung eingesetzt, darunter auch «Kirche in Not».
Nach über acht Jahren der Ungewissheit ist heute eine lang gehegte Hoffnung Wirklichkeit geworden. Eine Hoffnung, die auch die 187 weiteren pakistanischen Christen beflügelt, die wie Asia Bibi wegen Blasphemie angeklagt sind, in Gefängnissen sitzen oder auf ihre Hinrichtung warten. Für ihre baldige Freilassung wird «Kirche in Not» zusammen mit anderen Organisationen und den Projektpartnern in Pakistan weiterhin beten und arbeiten. Es bleibt zu hoffen, dass die Entscheidung des Gerichts endlich auch ein Umdenken der Regierung zufolge hat und die Blasphemiegesetze gelockert oder am besten ganz aufgehoben werden.
Im Blick auf Asia Bibi gilt ein dreifacher Wunsch: Sie soll das Land so schnell wie möglich verlassen können, um mit ihrer Familie in Freiheit vereint zu sein. Es möge der pakistanischen Regierung gelingen, den Mob religiöser Fanatiker auf den Strassen im Zaum zu halten. Und wir alle – Medien, Politik und Organisationen – sollten uns mit Spekulationen über Asia Bibis Verbleib zurückhalten. Ausufernde Spekulationen könnten ihre Ausreise buchstäblich auf den letzten Metern gefährden. Die Gefahr ist noch nicht gebannt, aber die Zuversicht überwiegt.“

Hintergrund:
Die Katholikin Asia Bibi (51) war vor acht Jahren zum Tod verurteilt worden. Das Gericht befand sie für schuldig, im Gespräch mit Nachbarinnen den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Im islamisch geprägten Pakistan gilt ein strenges Blasphemiegesetz. Über Jahre hinweg hatten sich zahlreiche Politiker und Kirchenführer für die Freilassung von Asia Bibi eingesetzt, darunter auch die Päpste Benedikt XVI. und Franziskus. Asia Bibis Mann und eine ihrer Töchter hatten mehrfach auf Einladung von «Kirche in Not» Reisen nach Europa unternommen, um auf das Schicksal der Inhaftierten aufmerksam zu machen.
Nach jahrelangen Verzögerungen hatte das Oberste Pakistanische Gericht am 31. Oktober 2018 das Todesurteil aufgehoben. Daraufhin kam es in einigen pakistanischen Städten zu gewalttätigen Demonstrationen islamischer Extremisten. Die Regierung sagte schliesslich zu, Asia Bibis Ausreise zu verhindern und einen erneuten Revisionsantrag zu zulassen. Diesen hat das Gericht am 29. Januar abgelehnt.

Fotos:

1)    Philipp Ozores, Generalsekretär von «Kirche in Not» international (Bild: «Kirche in Not»)

2)    Die freigesprochene Christin Asia Bibi. (Bild: British Pakistani Association)

3)    Ashiq Masih (links) und Esham Ashiq, Ehemann und Tochter von Asia Bibi, im Oktober 2018 bei einem Aufenthalt in Grossbritannien auf Einladung von «Kirche in Not» (Bild: «Kirche in Not»)

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