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  • (Bild:«Kirche in Not (ACN)»)
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Bericht zeigt, dass die Lage der Christen immer schlechter wird

Dschihadisten und Nationalisten treiben die Verfolgung von Christen in der ganzen Welt voran - so ein heute vorgestellter Bericht.

Das katholische Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» stellt in Ländern auf der ganzen Welt „Persecuted and Forgotten?, ein Bericht über Christen, die wegen ihres Glaubens unterdrückt werden - 2020-22, vor.

Der Bericht, der am heutigen Mittwoch, den 16. November veröffentlich wird, enthält Informationen von «Kirche in Not (ACN)» und anderen lokalen Quellen, Zeugenaussagen, Zusammenstellungen von Vorfällen, Fallstudien und Länderanalysen über das Ausmass, in dem Christen verfolgt werden. Der Bericht wird im britischen Parlament mit einer Grundsatzrede von Bischof Jude Arogundade vorgestellt. In der Diözese des nigerianischen Bischofs wurde im Juni nach dem Sonntagsgottesdienst eine Pfarrei von Bewaffneten angegriffen; mehr als 40 Menschen starben bei dem Angriff. In Anbetracht der wachsenden Besorgnis über die zunehmende Gewalt in Teilen des Landes sagte Bischof Arogundade im Vorfeld der Veranstaltung, dass niemand dem Völkermord, der in weiten Teilen des Mittleren Gürtels (Middle Belt) Nigerias stattfinde, Beachtung schenke. „Die Welt schweigt, während Angriffe auf Kirchen, ihre Vertreter und ihre Einrichtungen zur Routine geworden sind. Wie viele Leichen sind nötig, um die Aufmerksamkeit der Welt zu erregen?“

Der Bericht Persecuted and Forgotten? stellt fest, dass in 75 Prozent der 24 untersuchten Länder im Berichtszeitraum die Unterdrückung oder Verfolgung von Christen zugenommen hat. In Afrika hat die Gewalt stark zugenommen. Berichten zufolge wurden zwischen Januar 2021 und Juni 2022 bis zu 7600 nigerianische Christen ermordet, wobei für die meisten Morde terroristische, nichtstaatlichen Kämpfer verantwortlich sind.

 Im Mai 2022 wurde ein Video veröffentlicht, das die Hinrichtung von 20 nigerianischen Christen durch die islamistische Terrorgruppe Boko Haram/ISWAP zeigt. In Asien führte der staatliche Autoritarismus zu einer Verschärfung der Unterdrückung.  Am schlimmsten war die Situation in Nordkorea, wo religiöser Glaube und religiöse Praxis routinemässig und systematisch unterdrückt werden. Religiöser Nationalismus hat zu zunehmender Gewalt gegen Christen in der Region geführt, wobei in Indien Hindutva- und in Sri-Lanka singhalesisch-buddhistische Nationalistengruppen aktiv sind. Dort haben die Behörden Gläubige verhaftet und Gottesdienste unterbunden.

Zwischen Januar 2021 und Anfang Juni 2022 kam es in Indien zu 710 Vorfällen antichristlicher Gewalt, die zum Teil auf politischen Extremismus zurückzuführen sind. Während einer Massenkundgebung in Chhattisgarh im Oktober 2021 applaudierten Mitglieder der regierenden Bharatiya Janata Party (BJP), als der rechtsgerichtete religiöse Hindu-Führer Swami Parmatmanand zur Tötung von Christen aufrief.

Dem Bericht zufolge bedroht eine Auswanderungswelle im Nahen Osten das Überleben einiger der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. In Syrien ist die Zahl der Christen von 10 Prozent der Bevölkerung auf weniger als 2 Prozent gesunken - von 1,5 Millionen kurz vor Kriegsbeginn auf heute rund 300 000. Im Irak ist der Exodus langsamer, und die Zahl der Christen, die vor der Invasion von Daesh (ISIS) im Jahr 2014 etwa 30 000 betrug, hat sich bis zum Frühjahr 2022 auf 150 000 halbiert. Persecuted and Forgotten? berichtet auch darüber, dass in so unterschiedlichen Ländern wie Ägypten und Pakistan christliche Mädchen regelmässig systematischen Entführungen und Vergewaltigungen ausgesetzt sind.

Einer der Autoren des Berichts, John Pontifex, sagte: „Persecuted and Forgotten? liefert Zeugnisse aus erster Hand und Fallstudien, die beweisen, dass Christen in vielen Ländern Verfolgung erleben. -Lassen Sie uns alles tun, was wir tun können, um zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind.“