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  • Verteilung von Hilfsgütern für Binnenflüchtlinge im Juli/August 2019, als eine Welle von Vertriebenen in der Nähe von Dori eintraf. Die Hilfe wurde direkt aus den Mitteln der Diözese bereitgestellt. Bischof Laurent Birfuoré Dabiré.Bild: Kirche in Not (ACN)
  • Wiederaufflammen von Terroranschlägen. Christen in Todesgefahr. Bewaffnete Gruppen üben eine Schreckensherrschaft über die gesamte Bevölkerung aus, fordern Steuern und plündern und rauben in vielen Teilen des Landes.Bild: Kirche in Not (ACN)
  • Bischof Laurent Birfuore Dabire der Diözese Dori, Burkina Faso.Bild: Kirche in Not (ACN)

Burkina Faso: Wiederaufflammen von Terroranschlägen, Christen mit dem Tod bedroht

Nach Informationen, die das internationale Hilfswerk Aid to the Church in Need (ACN) vorliegen, hat sich die Sicherheitslage im Norden Burkina Fasos in den letzten Monaten drastisch verschlechtert. Bewaffnete Gruppen unterwerfen die gesamte Bevölkerung ihrer Schreckensherrschaft, in vielen Gegenden des Landes zwingen sie ihr Steuern auf, plündern und berauben sie. Dennoch zeigen die jüngsten Zeugenaussagen von Vertriebenen, die ACN aus der Diözese Dori erreicht haben, dass einige von ihnen schwerer Verfolgung ausgesetzt waren, gerade, weil sie Christen sind.

Wenn die Terroristen in die Dörfer kommen, verlangen sie üblicherweise „Steuern“ für jedes Stück Vieh. Sie gehen zu den Hirten, die die Herde betreuen, und fragen nach den Besitzern der einzelnen Tiere. Wenn diese nicht in der Lage sind, die Steuern zu zahlen, beschlagnahmen die Extremisten die Tiere. Die Stiftung ACN hat zuverlässige Informationen aus lokalen Quellen erhalten, wonach es in den letzten Wochen Fälle gab, in denen die Terroristen zunächst fragten, ob der Eigentümer Christ oder Muslim sei. Zeugen, die die jüngsten Angriffe in der Sahelzone im Norden Burkina Fasos miterlebt haben, berichteten ACN, dass „die Angreifer es nicht für nötig hielten, die Tiere zu zählen, wenn die Besitzer Christen waren, denn sie sagten, sie wollten nicht nur die Tiere mitnehmen, sondern auch die Besitzer töten“.

Nach Berichten, die der Stiftung vorliegen, mussten in der letzten Oktoberwoche insgesamt 147 Menschen - darunter acht schwangere Frauen und 19 Kinder unter fünf Jahren - aus zwei Orten an der Grenze zu Niger fliehen. Die Stiftung nennt aus Sicherheitsgründen keine Ortsnamen, um die übrigen Bewohner, die nicht fliehen konnten, nicht zu gefährden. Augenzeugen zufolge waren viele von ihnen als Christen erkannt worden und die Terroristen suchten gezielt nach ihnen, um sie aus diesem Grund zu töten.  Die Vertriebenen suchten Zuflucht in Dori, der Hauptstadt der Sahelzone.

Eine der Gruppen, die in Dori ankam, bestand aus 17 Personen: neun ältere Menschen, eine Frau und sieben Kinder. Ein Mitglied der Gruppe erzählte, dass ihr Aufbruch mitten in der Nacht, um nicht entdeckt zu werden, eine echte Odyssee war, weil die Extremisten nach ihnen suchten: „Das Schreckliche ist, dass wir, wenn uns jemand Unterschlupf gewährte, als Christen denunziert wurden, was wiederum denjenigen, der uns aufnahm, in Gefahr brachte. Wir mussten weit weg von den Dörfern schlafen. Nicht alle Christen aus unserem Gebiet konnten fliehen. Wir machen uns Sorgen um das Schicksal unserer Kinder und Frauen, die sich noch dort aufhalten.“

Der Bischof von Dori, Laurent Birfuoré Dabiré, erklärte gegenüber ACN, dass es „im ganzen Land Angriffe, Entführungen und Morde gibt. Die Terroristen entführen, wen sie wollen, exekutieren einige, lassen andere wieder frei“.

Nach Angaben des Bischofs kontrollieren die Terroristen mehrere Kommunikationsachsen und greifen auch häufig die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte an. „Zwischen Dori und Ouagadougou haben die Terroristen am vergangenen Sonntag, dem 31. Oktober, die Linienbusse, die die Straße nach Ouagadougou befuhren, zurückgeschickt und angekündigt, dass die Straße seit diesem Tag blockiert sei“, erklärte er gegenüber ACN. „Obwohl die Streitkräfte anschließend an der Straße patrouillierten, haben die Menschen Angst, weil dies nur vorübergehend ist und die Terroristen jederzeit zurückkehren können.“

„Dori läuft Gefahr, vom Rest des Landes abgeschnitten zu werden, wenn sich die Situation nicht verbessert. Es ist wirklich gefährlich, mit privaten Fahrzeugen und sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen, weil man immer befürchten muss, unterwegs an einem unerwarteten terroristischen Kontrollpunkt angehalten zu werden. Beten Sie für die traurige und dramatische Situation in meiner Diözese. Die Gefahr wird immer größer. Wir hoffen, dass diejenigen, die die gefährdeten Orte noch nicht verlassen konnten, sich in den nächsten Tagen in Sicherheit bringen können“, so Bischof Laurent Dabiré.

In der Diözese Dori ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung muslimisch (95,2 %). 3,2 % sind Anhänger der traditionellen Religion und 1,6 % sind Christen (1,22 % katholisch). In den letzten fünf Jahren hat ACN 28 Projekte in der Diözese Dori mit mehr als einer halben Million Euro unterstützt, um die pastorale Arbeit der Kirche und Nothilfeprogramme für Priester, Ordensschwestern und Familien von Katecheten zu fördern.