Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)
  • (Bild «Kirche in Not (ACN)»)
  • (Bild «Kirche in Not (ACN)»)
  • (Bild «Kirche in Not (ACN)»)
  • (Bild «Kirche in Not (ACN)»)
  • (Bild «Kirche in Not (ACN)»)
  • (Bild «Kirche in Not (ACN)»)

Mosambik: Ordensschwester bei Angriff getötet und Missionsstation zerstört

Eine 83-jährige italienische Nonne wurde am Dienstagabend bei einem bewaffneten Angriff in der Mission von Chipene in der Diözese Nacala brutal erschossen. «Kirche in Not (ACN)» beklagt, dass die religiöse Komponente für Terroristen immer wichtiger werde.

Schwester Maria de Coppi, eine Comboni-Schwester, die seit 59 Jahren in Mosambik lebte, starb sofort. Bei dem Angriff, der um 21 Uhr begann und bis 2 Uhr morgens andauerte, wurden nicht nur die Kirche der Missionsstation, sondern auch die Schule, das Gesundheitszentrum, die Häuser der Priester und Ordensfrauen, die Bibliothek, die Internate für Jungen und Mädchen und die Fahrzeuge der Mission angezündet und zerstört. "Sie haben alles zerstört", sagte Bischof Alberto Vera von Nacala in einem Telefongespräch mit dem portugiesischen Nationalbüro des internationalen Hilfswerks  «Kirche in Not (ACN)».

"Die Angreifer stahlen den Tabernakel und verwüsteten einen Teil der Sakristei, auf der Suche nach irgendetwas, wahrscheinlich nach Geld", sagte der Bischof.

Im Gespräch mit «Kirche in Not (ACN)» sagte Bischof Vera, er glaube nicht, dass es sich um einen terroristischen Akt gegen die Kirche handele, sondern um eine Möglichkeit, internationale Aufmerksamkeit zu erregen. "Das ist ein schwerer Schlag, denn es gab ausländische Ordensleute Die Täter suchen internationale Aufmerksamkeit. Aber ich glaube nicht, dass es sich gegen die Kirche als solche richtet. Was sie getan haben, war ein Akt des Terrors". Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich mindestens drei Ordensfrauen, zwei italienische und eine spanische, sowie zwei italienische Priester in Chipene. Aufgrund der Gefährdungslage in der Gegend waren die 35 Jungen und die meisten der 45 Mädchen, die im Internat lebten, bereits zuvor evakuiert worden und die meisten von ihnen waren zu ihren Familien zurückgekehrt.  Zwölf Mädchen befanden sich jedoch noch in der Mission.  

Laut den letzten Zeugenaussagen, die «Kirche in Not (ACN)» von örtlichen Missionaren erhalten hat, kamen die Terroristen zum Haus der Schwestern und zwangen sie, es zu verlassen. Eine andere der Schwestern floh mit den Internatsschülerinnen. Als Schwester Maria das Haus verliess, dachte sie an die kleinen Mädchen, die hinter dem Haus gewesen sein mussten, und kehrte zurück. Dann wurde sie getötet. Eine Unterbrechung der Telefonleitung machte die Kommunikation für mehrere Stunden unmöglich, erklärte der Bischof.

Islamischer Staat zunehmend in Gewalt verwickelt
Mosambik leidet seit 2017 unter einem islamistischen Aufstand, der fast 4.000 Todesopfer und Hunderttausende von Vertriebenen gefordert hat. Die jüngsten Anschläge, die sich hauptsächlich auf den Norden der Provinz Cabo Delgado konzentrierten, bestätigen, dass sich die Terroristen weiter nach Süden ausgebreitet haben und auch die Nachbarprovinz Nampula erreicht haben. Der Anschlag auf die katholische Mission ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem mehrere Städte in der Provinz Nampula ebenfalls Ziel terroristischer Gewalt geworden waren, wobei mehrere Menschen starben und Dutzende von Häusern niedergebrannt wurden.

"Seit Juli dieses Jahres scheint der Islamische Staat die Führung der Gruppe übernommen zu haben. Vorher gab es einige Hinweise darauf, die aber nicht so klar waren. Für uns ist die Situation heikler als im letzten Jahr, denn jetzt werden die Christen zur Zielscheibe, und der Krieg ist bereits stärker religiös geprägt. Da wir aber auch nicht wissen, inwieweit sie mit dem Islamischen Staat in Verbindung stehen, scheint es weniger Möglichkeiten zur Lösung des Problems zu geben... Es gibt keinen Dialog mit ihnen, und wenn sie die Gruppe am Ende übernehmen, wird es unserer Meinung nach schwierig sein, einen Dialog mit ihnen zu führen", erklärte ein Missionar aus Pemba, der es angesichts der schwierigen Umstände in der Region vorzieht, anonym zu bleiben, gegenüber der internationalen Zentrale von «Kirche in Not (ACN)».

«Kirche in Not (ACN)» besorgt über eskalierende Gewalt
Auch Ulrich Kny, der für die Projekte von «Kirche in Not (ACN)» in Mosambik verantwortlich ist und die Diözesen Pemba und Nacala Ende letzten Jahres besuchte, als der Süden der Diözese Pemba und die Provinz Nampula noch als relativ sicher galten und Tausende von Binnenflüchtlingen aus der nördlichen Region Cabo Delgado beherbergten, bestätigt, dass sich die Situation seitdem verschlechtert hat:  "Die Ausbreitung des Terrors in der Provinz Nampula in den letzten Wochen und die Tatsache, dass zum ersten Mal seit dem Ausbruch des so genannten Aufstands eine Ordensschwester von Terroristen getötet wurde, verstärken unsere Sorge, dass sich der Terrorismus im gesamten Norden des Landes ausbreitet“, so Kny. Ausserdem werde deutlich, dass die religiöse Komponente für Terroristen immer wichtiger werde.  

Eines der Probleme liegt laut Kny in der sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheit der Region: "Die ganze Region mit ihrem Ressourcenreichtum und dem bisher friedlichen Zusammenleben von Muslimen und Christen bietet eigentlich ein grosses Entwicklungspotenzial, jedoch ist die Vernachlässigung und Verarmung grosser Teile der Bevölkerung  ein gefährlicher Nährboden für die Radikalisierung junger Menschen“. Im Namen des gesamten Hilfswerks bittet Kny um Gebete: "Möge das Blutopfer von Schwester Maria De Coppi, die ihr Leben gab, um die Mädchen im Internat vor den Terroristen zu retten, helfen, Lösungen für eine regionale Entwicklung zu finden, die allen Bewohnern zugutekommt und jungen Menschen neue Perspektiven bietet, damit der Frieden in die Region zurückkehren kann. "