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  • Erzbischof Martin Kmetec hilft beim Renovieren (Bild: «Kirche in Not (ACN)»)
  • Erzbischof Martin Kmetec im Austausch mit Ordensbrüdern (Bild: «Kirche in Not (ACN)»)
  • Portrait Erzbischof Martin Kmetec (Bild: «Kirche in Not (ACN)»)
  • Vor einer Kirche in Adana, Türkei (Bild: «Kirche in Not (ACN)»)

Türkei – kleine christliche Herde

Erzbischof Martin Kmetec vom türkischen Erzbistum Izmir weilt vom 19.-27. März 2022 in der Schweiz. In dieser Zeit wird er in verschiedenen Pfarreien Gottesdienste feiern und Vorträge halten. Erzbischof Kmetec wird auf die herausfordernde Situation der Christen in der Türkei eingehen. Die Corona-Pandemie und eine grassierende Inflation verschärfen die Situation zusätzlich.

Das Christentum hat in der Türkei eine reiche 2000-jährige Tradition. Der Apostel Paulus kam aus Tarsus in der heutigen Türkei, wo er auch auf seinen Missionsreisen gewirkt hat. Einige der Kirchenväter stammen ebenfalls aus dem Gebiet der Türkei. Durch sie und verschiedene Konzilien, die auf türkischem Boden stattgefunden haben, prägt das türkische christliche Erbe die Kirche bis heute. Einst blühte das Christentum im Gebiet der heutigen Türkei, wovon Bauwerke wie die Hagia Sophia im heutigen Istanbul, ehemals Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches (Byzanz), noch immer zeugen.

Christliches Erbe ist bedroht
Heute leben nach verschiedenen Wellen der Verfolgung kaum noch Christen in der Türkei. Sie wurden vertrieben und getötet, Kirchen zerstört oder enteignet und teilweise bis heute nicht zurückgegeben. Während Anfang des 20. Jahrhunderts noch etwa 20% der Bevölkerung Christen gewesen sein sollen, machen sie nur noch einen Bevölkerungsanteil von 0,2% aus. Zwar garantiert die türkische Verfassung Gewissens-, Glaubens-, Rede- und Religionsfreiheit, jedoch sieht die Realität an vielen Stellen anders aus: Es gibt erhebliche Anzeichen dafür, dass die Religionsfreiheit in der Türkei auch heute bedroht ist.

Unterdrückung der christlichen Minderheit
Die türkische Regierung erkennt offiziell nur drei Minderheiten an: die armenisch-apostolischen orthodoxen Christen, die griechisch-orthodoxen Christen und die Juden. Trotz ihres Sonderstatus haben diese Gruppen ebenso wie andere Minderheiten, darunter auch die Katholiken, keine rechtliche Identität und können als Gemeinschaft keinen Grundbesitz erwerben oder Rechtsmittel in Anspruch nehmen. Grundbesitz können diese Glaubens­gemeinschaften derzeit nur über separate Stiftungen halten. Ihre Rechte bleiben eingeschränkt. Katholiken und anderen christlichen Konfessionen fehlt es an der Möglichkeit Geistliche und Religionslehrer auszubilden. Neue Seminare dürfen nicht gegründet werden. Auch dem Neubau von Kirchen werden von verschiedenen Seiten Steine in den Weg gelegt.
In den Medien zeigt sich ausserdem der besorgniserregende Trend, dass es verstärkt zu Intoleranz und Hassrede gegen Minderheiten kommt. Die christliche Kultur wird in den staatlichen Medien beleidigt, besonders zu Weihnachten und Neujahr; all dies schürt Hass und Radikalisierung und führt zu einem Umfeld der Angst und Unsicherheit.

Erzbischof Martin Kmetec - Franziskanerpater
Erzbischof Kmetec wurde 1956 in Ptuj, Slowenien geboren. 1976 trat er nach seinem Schulabschluss und Militärdienst bei den Franziskaner-Minoriten ins Noviziat ein. Nach seinen feierlichen Gelübden ging er für sein Theologiestudium in die USA, wo er zum Diakon geweiht wurde. Ein paar Monate später empfing er in Slowenien die Priesterweihe. In Slowenien war er als Ausbilder der Franziskaner-Konventualen tätig. Zwischen 1990 und 2001 lebt er im Libanon, ehe er 2001 in die Türkei ging, um dort zu wirken.
Am 8. Dezember 2020 hat der Papst bekannt gegeben, dass er Martin Kmetec zum Metropolitan-Erzbischof von Izmir (Smyrna) im Südwesten der Türkei ernannt hat. Martin Kmetec empfing am 2. Februar 2021 die Bischofsweihe.

Das Hilfswerk «Kirche in Not (ACN)» stellte für Projekte in Türkei im Jahr 2020 rund CHF 120 000 zur Verfügung.

Termine in der Schweiz vom 19.-27.03.2022