Nach den Erdbeben sind zahlreiche Wohnhäuser unbewohnbar. Tausende Familien haben ihr Zuhause verloren und sind auf Hilfe angewiesen. ©ACN

Nach den Erdbeben sind zahlreiche Wohnhäuser unbewohnbar. Tausende Familien haben ihr Zuhause verloren und sind auf Hilfe angewiesen. ©ACN

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Erdbeben in Venezuela: Wie hilft die Kirche den Betroffenen?

Erdbeben in Venezuela: Die Kirche versorgt Verletzte, verteilt Hilfsgüter und begleitet traumatisierte Menschen. Ausgerechnet die Ärmsten werden zu Hoffnungsträgern für die Opfer der Katastrophe.

Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela ist die Kirche für unzählige Menschen zur ersten Anlaufstelle geworden. Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT (ACN) haben die betroffenen Regionen besucht und mit Bischöfen, Priestern und Ordensschwestern über ihren Einsatz gesprochen.

Wie hilft die Kirche nach dem Erdbeben in Venezuela?

Pfarreien und Ordensgemeinschaften haben ihre Türen geöffnet, nehmen Betroffene auf, verteilen Lebensmittel, Medikamente und Kleidung, organisieren Notunterkünfte und begleiten Menschen, die Angehörige verloren oder ihr Zuhause eingebüsst haben. In den betroffenen Diözesen sind Hunderte Freiwillige im Einsatz, um den Opfern beizustehen.

Dank der Unterstützung der Wohltäter von KIRCHE IN NOT (ACN) Schweiz Fürstentum Liechtenstein kann die Ortskirche dort helfen, wo die Not am grössten ist.

Pfarreien wurden unmittelbar nach den Erdbeben zu Notunterkünften und Hilfszentren für die Bevölkerung. ©ACN

Pfarreien wurden unmittelbar nach den Erdbeben zu Notunterkünften und Hilfszentren für die Bevölkerung. ©ACN

Erzbischof Raúl Biord vom Bistum Caracas besucht ein kirchliches Hilfszentrum. Er dankt allen Spendern in der Schweiz für ihr Mitgefühl. ©ACN

Erzbischof Raúl Biord vom Bistum Caracas besucht ein kirchliches Hilfszentrum. Er dankt allen Spendern in der Schweiz für ihr Mitgefühl. ©ACN

Ein Armenviertel wird zum Zentrum der Nothilfe

„Petare ist eines der grössten und bedürftigsten Armenviertel von Caracas", sagt Bischof Juan Carlos Bravo Salaza, "Man nennt es die grösste Favela Lateinamerikas. Man könnte meinen, dass bei einem Erdbeben gerade diese Armenviertel als Erste einstürzen würden. Doch Petare hat standgehalten.“ Obwohl rund 90 Prozent der Bevölkerung in Armut leben, haben die Pfarreien vier Sammelstellen eingerichtet und mehr als 250 Freiwillige mobilisiert. Sie sortieren Kleidung, verteilen Lebensmittel und Medikamente und versorgen die Menschen, die aus den besonders schwer betroffenen Gebieten nach Petare kommen.

Statt sich auf die eigenen Sorgen zu konzentrieren, begannen Pfarreien und Freiwillige sofort zu helfen. Über die karitativen Einrichtungen der Diözese wurden vier Sammelstellen eingerichtet und mehr als 250 Freiwillige mobilisiert. Sie verteilen Medikamente, Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel und medizinisches Material an die Menschen, die aus den besonders schwer betroffenen Gebieten nach Petare gebracht werden.

Obwohl sie alles verloren hat, freut sich eine Frau freut sich ihre Bekannte nach dem Erdbeben lebend wiederzusehen. ©ACN

Obwohl sie alles verloren hat, freut sich eine Frau freut sich ihre Bekannte nach dem Erdbeben lebend wiederzusehen. ©ACN

Diejenigen, die nichts haben, geben alles

Für den Bischof zeigt sich der wahre Reichtum Venezuelas in den Menschen. Besonders eindrücklich erinnert er sich an zwei Schuhmacher. Sie leben davon, beschädigte Schuhe zu reparieren und zu verkaufen. Nach dem Erdbeben brachten sie 50 Paar fertig aufbereitete Schuhe zu einer Sammelstelle, nicht zum Verkauf, sondern als Spende für die Betroffenen. „Diejenigen, die nichts haben, geben alles“, sagt Bischof Bravo. Gerade dort, wo die materiellen Mittel fehlen, erlebt er eine aussergewöhnliche Solidarität und einen tiefen Glauben.

Ortskirche organisiert freiwillige Helfer und Seelsorge

Auch viele Jugendliche engagieren sich unermüdlich. Sie entladen Lastwagen, sortieren Kleidung, bereiten Mahlzeiten zu und transportieren Hilfsgüter. Einmal traf in der Nacht ein Lastwagen mit Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Matratzen ein. Ein Anruf genügte: Innerhalb weniger Minuten standen zahlreiche junge Freiwillige bereit. Nach nur einer Viertelstunde war die gesamte Ladung ausgeladen. „Sie helfen mit Freude, Disziplin und ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Sie sind einfach da, als Geschwister, die begleiten und helfen“, sagt der Bischof.

Neben der materiellen Hilfe begleitet die Kirche auch Menschen, die unter Schock stehen oder Angehörige verloren haben. Priester, Ordensschwestern und Seelsorger hören zu, trösten und beten mit den Betroffenen sowie mit den vielen Freiwilligen und dem medizinischen Personal. „Die Angst lässt den Menschen zusammenbrechen, aber die Liebe lässt diese Ängste zerfallen“, sagt Bischof Bravo. Gerade diese menschliche und geistliche Nähe gibt vielen Betroffenen neue Kraft, ihren Weg weiterzugehen.

Freiwillige sortieren Lebensmittel, Medikamente und Hilfsgüter, bevor sie an betroffene Familien verteilt werden. ©ACN

Freiwillige sortieren Lebensmittel, Medikamente und Hilfsgüter, bevor sie an betroffene Familien verteilt werden. ©ACN

Schenken Sie den Erdbebenopfern neue Hoffnung und unterstützen Sie die Hilfe der Kirche in Venezuela. ©ACN

Schenken Sie den Erdbebenopfern neue Hoffnung und unterstützen Sie die Hilfe der Kirche in Venezuela. ©ACN

Die Menschen in Venezuela brauchen Sie!

Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie mit, dass die Kirche ihren Dienst fortsetzen kann. Sie stärken Pfarreien und Ordensgemeinschaften, damit sie Familien begleiten, Hilfsgüter verteilen, Notunterkünfte betreiben und später auch beschädigte kirchliche Einrichtungen wieder aufbauen können. So bleibt die Ortskirche auch in den kommenden Monaten für die Menschen da.

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