Cuba Religieuse dans les campagnes Photo ACN

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Während Kuba immer tiefer in eine scheinbar endlose Krise gerät, steht die Kirche dem Volk zur Seite

Die Lage in Kuba ist dramatisch: Das Land versinkt in einer anhaltenden Krise, und die Kubaner – insbesondere die jungen Menschen – verlassen ihre Heimat in Scharen.

„Mit nur zwei Stunden Strom pro Tag ist das Leben in einem tropisch heissen Land kaum auszuhalten“, berichtet Pater José Luis Correa Lira gegenüber KIRCHE IN NOT (ACN). Das Ende der venezolanischen Öllieferungen hat die Karibikinsel mit ihren 10,8 Millionen Einwohnern nahezu lahmgelegt.

Jacques Berset, für KIRCHE IN NOT (ACN)

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Das Land, das bereits seit 1962 unter dem weiterhin bestehenden US-Embargo leidet, sieht sich in allen Bereichen mit schweren Versorgungsengpässen konfrontiert. Diese haben sich durch das Ausbleiben der Unterstützung aus Venezuela weiter verschärft. Nach der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro, einem wichtigen Verbündeten der kubanischen Regierung, durch das US-Militär in der Nacht vom 2. auf den 3. Januar dieses Jahres sind die Öllieferungen nach Havanna nun vollständig blockiert.

Kinder sterben in Kuba, weil ihnen lebenswichtige Medikamente fehlen, erklärte Volker Türk am 8. Juni 2026 und forderte die sofortige Aufhebung der US-Sanktionen gegen das Land. Der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte betonte, dass diese Massnahmen der Bevölkerung „weitreichenden Schaden“ zufügten und eine Krise verschärften, die Ärzte und Krankenhäuser lebenswichtiger Ressourcen beraube.

Pater José Luis Correa Lira berichtet über die Situation in Kuba

Pater José Luis Correa Lira berichtet über die Situation in Kuba

„Zwischen Glaube, Verfolgung und Hoffnung“

Auf Einladung von KIRCHE IN NOT (ACN) besuchte Pater José Luis Correa Lira aus der Schönstatt-Bewegung die Schweiz. Er kennt die Karibikinsel sehr gut und hat sie rund zwanzig Mal besucht, um humanitäre Hilfe – insbesondere Medikamente und Kleidung – zu bringen, Exerzitien zu predigen und Fortbildungskurse für den Klerus zu halten. Der aus Chile stammende Ordensmann arbeitet derzeit in der Generalleitung der Schönstatt-Bewegung in Vallendar (Deutschland), steht jedoch in ständigem Kontakt mit den Priestern und Ordensleuten auf der Insel.

„Ich kenne praktisch alle Bischöfe, Priester, Seminaristen und Ordensschwestern des Landes, die unter schwierigen Bedingungen leben“, versichert er. In den elf Diözesen Kubas wirken derzeit 292 Priester, 476 Ordensschwestern und 22 Seminaristen.

In seinen Vorträgen mit dem Titel „Zwischen Glaube, Verfolgung und Hoffnung“ betont Pater Correa Lira, dass die aktuelle Krise nicht erst mit den Sanktionen begonnen habe: „Sie begann schon viel früher – mit einem überholten System und einer Macht, die sich weigert, die Kontrolle abzugeben!“

Ein kaum erträglicher Alltag

Für die kubanische Bevölkerung ist der Alltag kaum mehr zu bewältigen. Strommangel – kürzlich kam es zu einem Stromausfall von 27 Stunden – zwingt viele Menschen dazu, auf Holzfeuern zu kochen, mit allen gesundheitlichen Folgen. Schulen wurden geschlossen, jeden Abend finden Proteste statt, und nicht abgeholter Müll wird auf den Strassen verbrannt.

Die wenigen verfügbaren Waren werden zu extrem hohen Preisen verkauft. Neu ist zudem, dass Menschen nach Essbarem im Abfall suchen – etwas, das früher undenkbar gewesen wäre.

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Eine Jugend, die vom Weggehen träumt

Zu den sichtbarsten Folgen der Krise gehört die massive Auswanderung junger Menschen, die in ihrem Land keine Zukunft mehr sehen. Diese Entwicklung bereitet den kirchlichen Verantwortlichen grosse Sorgen. Besonders betroffen sind Hochschulabsolventen und qualifizierte Fachkräfte.

„Vor dem Kerosinmangel für Flugzeuge gab es täglich mindestens hundert Ausreisen. Es gibt praktisch keinen Kubaner ohne Verwandte im Ausland – in Florida, Spanien oder anderswo. Viele können das Land verlassen, indem sie angeben, ihre Angehörigen besuchen zu wollen. Oft übernimmt die Diaspora die Reisekosten. Denn mit einem Monatslohn von 10 bis 30 Dollar kann sich niemand ein Flugticket leisten. Und wer einmal weg ist, kommt in der Regel nicht zurück!“

Nicht alle Kubaner unterstützen die Politik von Donald Trump, doch viele hoffen auf Veränderungen, erklärt Pater Correa Lira. Er selbst wünsche sich einen friedlichen Übergang „ohne Blutvergiessen“. Zugleich verweist er auf den Mut mehrerer Priester, die offen Reformen fordern, während die Bischöfe einen vorsichtigeren und diplomatischeren Weg bevorzugen.

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Die Kirche in Kuba – eine stille Quelle der Hoffnung

Für viele Menschen ist die Kirche in Kuba eine stille Quelle der Hoffnung, betont KIRCHE IN NOT (ACN). In einem Umfeld, das von wirtschaftlichen Schwierigkeiten, eingeschränkten Freiheiten und fehlenden Zukunftsperspektiven geprägt ist, kommt ihrer seelsorglichen und sozialen Präsenz eine besondere Bedeutung zu. Sie spendet geistlichen Beistand, organisiert Hilfsaktionen und stärkt den Zusammenhalt von Familien und Gemeinschaften.

„Die Kirche in Kuba ist materiell arm, aber reich an christlichen Werten“, sagt der chilenische Ordensmann. „Man teilt Lebensmittel und Medikamente, betet füreinander – und feiert die Heilige Messe, meist ohne Strom!“

Er hebt zudem hervor, dass die Kirche mit ihrer kritischen, aber ausgewogenen Stimme für die Menschenrechte eine wichtige Vermittlerrolle in Krisenzeiten spielt. So trug sie im März 2026 im Rahmen von Gesprächen mit dem Heiligen Stuhl zur Freilassung von 51 Gefangenen bei.

 

Jacques Berset

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