© Cristian Gennari

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Monaco: Besuch von Papst Leo XIV. am 28. März 2026

Am Samstag, den 28. März, wird Papst Leo XIV. zu seinem ersten apostolischen Besuch ins Fürstentum Monaco reisen.

Pater Christian Venard, Militärseelsorger der Force Publique von Monaco (Karabiniers und Feuerwehr) sowie bischöflicher Delegierter für Kommunikation und digitale Evangelisierung der Diözese Monaco, beantwortet unsere Fragen.

Papst Franziskus hatte seine erste apostolische Reise nach Lampedusa unternommen und damit die schmerzhafte Frage der Migration ins Blickfeld der Welt gerückt. Warum hat Leo XIV. das wohlhabende Monaco gewählt?

Warum nicht Monaco? Das Fürstentum zählt 80 % Menschen, die sich als katholisch bezeichnen. Diese Menschen verdienen es ebenso wie alle anderen, einen Besuch des Heiligen Vaters zu erhalten! Ich glaube, man sollte hinter den Entscheidungen des Papstes keinen politischen Akt suchen – er besucht einfach einen Teil seines Volkes. Und darüber hinaus ist Monaco ein privilegierter Ort, um der Weltkirche zu begegnen!

Und doch ist es ein sehr kleines Gebiet… Warum sehen Sie darin einen besonders geeigneten Ort der Begegnung?

In unserer Diözese sind praktisch alle Nationalitäten vertreten – etwa 150! Und konkret begegnen sich hier sowohl wohlhabende italienische Familien als auch sehr bescheidene philippinische Arbeitskräfte. All diese Menschen treffen sich unter anderem auf den Kirchenbänken.

Sie alle haben Familien und Freunde außerhalb des Fürstentums und zeigen großes Interesse am Schicksal der Christen weltweit. Wir wissen, dass sie aufmerksam und großzügig reagieren, wenn wir sie um Hilfe bitten, etwa für die Christen im Libanon. All dies ist möglich, weil es diesem kleinen Gebiet gelingt, die Anforderungen einer in ihrer Geschichte verwurzelten und zugleich weltoffenen Kirche miteinander zu verbinden.

Monaco ist einer der wenigen Staaten, die offiziell katholisch sind. Hat das tatsächlich Einfluss auf das Verhalten der Monegassen?

Davon bin ich überzeugt, denn der katholische Glaube prägt das Handeln des Staates. Besonders deutlich wird dies bei den Gesetzen zum Lebensende, die hier die Würde der Person stärker achten als in vielen anderen europäischen Ländern. Aber auch im Alltag zeigt sich dies: Religion wird öffentlich gelebt, ohne Probleme zu verursachen. Die großen Feste im Jahreslauf in Monaco beziehen sich meist auf den katholischen Glauben. Der Nationalfeiertag, das Fürstenfest am 19. November, beginnt etwa mit einer Messe und einem Te Deum in der Kathedrale.

Das hat auch konkrete Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen. Sie sind freundlicher und wohlwollender. Man grüßt sich, und wenn ein Fußgänger die Straße überqueren will, hält man frühzeitig an… Man könnte fast meinen, man sei im Frankreich von vor 100 Jahren!

© Cristian Gennari

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Heißt das, Sie betrachten Ihre Diözese als einen geschützten Raum?

Nicht ganz. Der Säkularismus, der die Kirche im Westen betrifft, ist auch bei uns spürbar. Gleichzeitig beobachten wir jedoch eine vorsichtige Zunahme erwachsener Taufbewerber – in diesem Jahr sind es 70. Zudem engagiert sich die Diözese stark in der Evangelisierung im digitalen Raum. Wir veröffentlichen zahlreiche Inhalte in sozialen Netzwerken. Die Diözese arbeitet mit dem Radiosender RMC zusammen, der seit 1966 die einzige religiöse Sendung auf einem nationalen kommerziellen Radiosender in Frankreich ausstrahlt: « Église d’Aujourd’hui ». Außerdem besteht eine Zusammenarbeit mit dem Fernsehsender « Monaco Info ». Seit diesem Jahr hat die Diözese zudem eine eigene Sendung, « Agora Monaco », die sonntags morgens auf « TV Monaco » ausgestrahlt wird.

Welche Früchte erwarten Sie von diesem Papstbesuch?

Der stark institutionelle Charakter und die tiefe Verwurzelung der Kirche im nationalen Leben Monacos können manchmal dazu führen, dass Klerus und Gläubige weniger Begeisterung für eine erneuerte Evangelisierung zeigen. In diesem Sinne hoffen alle, dass der Besuch des Heiligen Vaters zu einer tiefen persönlichen und gemeinschaftlichen Erneuerung im Glauben und für die Mission führt.

Interview geführt von Sylvain Dorient

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