Pater Cornhill (links) mit einem Mitbruder. (Foto: ACN)

Pater Cornhill (links) mit einem Mitbruder. (Foto: ACN)

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Paraguay: Pater Cornhill Nahonge Mwala kämpft für soziale Gerechtigkeit

Auf Einladung von KIRCHE IN NOT (ACN) besucht der aus Sambia stammende Oblaten-Pater Cornhill Nahonge Mwala die Schweiz und berichtet am Wochenende vom 10./11. Oktober über sein Wirken in Paraguay.

Pater Cornhill wirkte viele Jahre in Uruguay und seit Anfang 2025 als Seelsorger beim indigenen Volk der Nivaclé. Als Dompfarrer in Mariscal Estigarribia ist er die rechte Hand vom dortigen Bischof Miguel Fritz. 

Termine von Pater Cornhill in Luzern und Oberwil BL.

Indigene in einer Kapelle im Chaco Paraguayo. (Foto: ACN)

Indigene in einer Kapelle im Chaco Paraguayo. (Foto: ACN)

Korruption und Armut

Paraguay gilt als eines der ärmsten und korruptesten Länder Lateinamerikas. Kinder und Jugendliche werden vor allem auf dem Land zu wenig schulisch gebildet, jedes fünfte Kind verrichtet Kinderarbeit. Nur knapp jedes zweite Kind, das eine Schule besucht, erlangt einen Schulabschluss. In einem solchen Umfeld ist das Herausbilden einer Zivilgesellschaft schwierig. Die herrschende Elite hat kein Interesse, etwas daran zu ändern. Die katholische Kirche versucht mit ihren vielen Bildungseinrichtungen – auch in den entlegensten Regionen – möglichst vielen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen. 

Arme Ureinwohner

Paraguay wird bis heute der Langzeitherrschaft Alfredo Strössners geprägt, der die Geschicke des Landes zwischen 1954 und 1989 leitete. Papst Johannes Paul II. besuchte Paraguay 1988 und traf unter anderem in Mariscal Estigarribia, wo Pater Cornhill wirkt, mit Ureinwohnern zusammen. Diese erklärten dem Papst: «Die Weissen haben uns unser Land weggenommen. Sie sehen in uns kulturlose Wilde. Doch wir sind die Zivilisierten und nicht die Siedler, die die Natur zerstören.» Und sie boten dem Papst an, ihre Erfahrungen des «Buen vivir» (Gutes Leben) in die katholische Lehre einzubringen. Für die Indigenen ist das Buen vivir – ein gleich gutes Leben für alle – die Lebensmaxime. Leider heisst es im Rest der Welt stattdessen «besser leben» für wenige, während der Grossteil der Gesellschaft ausgegrenzt wird.

Herausfordernde Seelsorge

Diese Überzeugungen, den Armen und Bedrängten zu helfen, zeigen sich auch Pater Cornhill, der jeden Sonntag Gottesdienste in den einfachen Kapellen der indigenen Gemeinschaften im Chaco feiert – oft bei 40 Grad. 

Seit seiner Ankunft in Paraguay sind ihm die gesellschaftlich ausgegrenzten Indigenen besonders ans Herz gewachsen. Ihm macht die Arbeit im Chaco viel Freude, bloss bedauert er, dass die dortigen Kapellen über keine sanitären Anlagen verfügen: „Das ist manchmal schon unangenehm, aber es verdeutlicht, wie einfach die Leute hier leben.“ KIRCHE IN NOT (ACN) steht Bischof Fritz und Pater Cornill jedes Jahr mit vielen Projekten zur Seite. Da die indigene Bevölkerung praktisch nichts zum Unterhalt der Kirche beitragen kann, sind die Zuwendungen des Hilfswerks sehr willkommen.  

Eine typische Strasse im Chaco Paraguayo - bei Regen kaum befahrbar. (Foto: ACN)

Eine typische Strasse im Chaco Paraguayo - bei Regen kaum befahrbar. (Foto: ACN)

Eine Ordensschwester mit einem Terere in einem Internat der katholischen Kirche. (Foto: ACN)

Eine Ordensschwester mit einem Terere in einem Internat der katholischen Kirche. (Foto: ACN)

Paraguay

Der Binnenstaat im Zentrum Südamerikas mit Grenzen zu Brasilien, Argentinien und Bolivien ist so gross wie die Niederlande und Deutschland zusammen. Da das Land aber sehr dünn besiedelt ist, bewohnen es nur knapp 7 Mio. Menschen. Die am weitesten verbreiteten Sprachen sind Spanisch und die indigene Sprache Guaraní. Es gibt viele weitere Sprachen, die von Ureinwohnern gesprochen werden. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung des Landes gilt als arm, meist in ländlichen Gebieten wohnhaft, wo riesige für den Weltmarkt produzierende Landwirtschaftsbetriebe dominieren. Kleinbauern fristen ihr Dasein ohne jede staatliche Unterstützung oder werden systematisch vertrieben – viele können froh sein, wenn sie bei Grossbauern ein Auskommen finden. 

Die Colorado-Partei dominiert die Geschicke Paraguays praktisch ununterbrochen seit den 1940er-Jahren und dabei ein klientilistisches System aufgebaut, das Partei und Staat kaum voneinander trennen. Am 15. August 2023 wurde Santiago Peña Palacios, ebenfalls der Colorado-Partei zugehörig, zum Präsidenten gewählt. 

Arme Kinder in einem Dorf im Chaco. (Fotos: ACN)

Arme Kinder in einem Dorf im Chaco. (Fotos: ACN)

Hilfe für das Armenhaus' Paraguays

Im unwirtlichen Chaco Paraguayo leben rund 20 indigene Gemeinschaften. Die katholische Kirche nimmt sich ihnen an und verteidigt ihre Rechte und Gebiete gegen die Interessen der Grossgrundbesitzer. Dieser Einsatz ist oft mit Kosten verbunden und nicht ungefährlich. Für die Seelsorge im Chaco ist die Kirche vollständig auf Hilfe von aussen angewiesen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung der Ärmsten der Armen in Paraguay.

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