Pfarrer Schönenberger bei der Hl Messe in seinem Zentrum in Südafrika. (Foto: ACN)

Pfarrer Schönenberger bei der Hl Messe in seinem Zentrum in Südafrika. (Foto: ACN)

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Südafrika: Pfarrer Christoph Schönenberger schenkt Jugendlichen neue Hoffnung

Als junger Priester aus St. Gallen reiste Christoph Schönenberger nach Südafrika – ursprünglich für vier Jahre. Heute sind es über 35 Jahre. Längst ist das Land zu seiner zweiten Heimat geworden.

In Südafrika gründete er das Jugendzentrum Ha Phororo, das jungen Erwachsenen in scheinbar ausweglosen Situationen neue Perspektiven eröffnet. Vom 1. bis 5. Juli 2026 berichtet Pfarrer Schönenberger in der Schweiz über sein Wirken in Afrika und die bewegenden Geschichten der Jugendlichen, die er begleitet.

Ein Chor einer katholischen Schule in Südafrika, wo Jugendliche eine gute Ausbildung geniessen. (Foto: ACN)

Ein Chor einer katholischen Schule in Südafrika, wo Jugendliche eine gute Ausbildung geniessen. (Foto: ACN)

Die Republik Südafrika ist ein kulturell vielfältiger Staat, in dem Menschen unterschiedlicher Ethnien zusammenleben. Aufgrund dieser Diversität wird das Land oft als „Regenbogennation“ bezeichnet. Das Zusammenleben war jedoch nicht immer spannungsfrei: Historisch belasteten Konflikte und politische Unruhen das Verhältnis zwischen der nichteuropäischen Mehrheitsbevölkerung und den europäischstämmigen Einwanderern sowie deren Nachfahren – insbesondere während der Zeit der Apartheid. Wirtschaftlich gilt Südafrika als die am weitesten entwickelte Volkswirtschaft Afrikas und ist nach Nigeria die zweitgrösste des Kontinents.

Hohe Arbeitslosigkeit und hohe Kriminalitätsrate

Auch nach dem Ende der Apartheid ist es nicht gelungen, die wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weissen Bevölkerung nachhaltig zu überwinden. 2025 lag die Arbeitslosenquote bei rund 32 Prozent – ein wesentlicher Grund für die weit verbreitete Armut.

Die verschiedenen Regierungen versuchen mit gesetzlichen Massnahmen, die historische Ungleichheit zu korrigieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass dabei das Leistungsprinzip in den Hintergrund rücke, wenn die Hautfarbe im Vordergrund stehe. In der Folge wandern Fachkräfte, darunter Ärzte und Ingenieure ab.

Zugleich gilt die Kriminalitätsrate als hoch. Überfälle sind keine Seltenheit, und aufgrund der oft grossen Gewaltbereitschaft wird geraten, keinen Widerstand zu leisten, da die Täter häufig bewaffnet sind und rücksichtslos vorgehen.

Pfarrer Christoph Schönenberger und sein Projekt

Als Christoph Schönenberger nach Südafrika kam, wirkte er zunächst in einer abgelegenen Region Lesothos. Dort reifte in ihm die Vision eines Zentrums, das junge Menschen in ihrer Spiritualität, Persönlichkeitsentwicklung sowie im gemeinschaftlichen Leben und Arbeiten stärkt.

Aus dieser Idee entstand das ökumenische Ha Phororo Youth Retreat Centre in Hartbeespoort. Der Schweizer Geistliche wird für seine einfühlsame Führung und sein grosses Engagement für die ganzheitliche Förderung junger Menschen geschätzt. Jugendliche mit wenig Perspektive und ohne familiären Rückhalt erhalten hier die Möglichkeit zu einer einjährigen Anlehre, die ihnen später den Einstieg in eine Berufsausbildung erleichtert. Neben praktischer Mitarbeit im Zentrum umfasst das Programm auch schulischen Unterricht in Pretoria.

Im Geist von Taizé verbindet das Projekt religiöse Bildung mit gelebter Gemeinschaft. Der Glaube ist kein Zusatzprogramm, sondern selbstverständlicher Teil des Alltags. Trotz unterschiedlicher konfessioneller Prägungen verbindet die Jugendlichen ein offener, natürlicher Umgang mit Gott.

Pfarrer Christoph Schönenberger informiert über sein Projekt in Südafrika. (Foto: ACN)

Pfarrer Christoph Schönenberger informiert über sein Projekt in Südafrika. (Foto: ACN)

Viele Kapellen in Südafrika sind baufällig. (Foto: ACN)

Viele Kapellen in Südafrika sind baufällig. (Foto: ACN)

Pfarrer Schönenberger: "Rückkehr in die Schweiz?"

Auf die Frage nach einer möglichen Rückkehr antwortet Pfarrer Schönenberger mit einem Sprichwort: «Ich bin Afrikaner, nicht weil ich in Afrika geboren wurde, sondern weil Afrika in mir geboren wurde.» 

Wenn er erwähnt, dass er bald in Pension gehen und seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz verschieben möchte, reagierten viele ungläubig. Afrika sei zu sehr Teil seines Wesens geworden – er gehöre hierher.

Diese Worte zeigen, wie tief seine Verbundenheit mit dem Kontinent und den Menschen ist und mit welcher Leidenschaft er seine Berufung lebt.
Das Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt jedes Jahr Dutzende Projekte in Südafrika.

In Pfr. Schönenbergers Zentrum: Kochkurse. (Foto: ACN)

In Pfr. Schönenbergers Zentrum: Kochkurse. (Foto: ACN)

Unterstützung benachteiligter Jugendlicher

Die Kirche in Südafrika ist klein und die Mitglieder sind oft nicht wohlhabend, weshalb die Kirche auf Zuwendungen aus dem Ausland angewiesen ist. Die Kirche leistet im sozialen Bericht grossartige Arbeit und kann so vielen Menschen einen Weg voller Hoffnung in einem unsicheren Umfeld mitgeben.

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